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  • 1sieben, Verb
    1. 1. etw. durch ein Sieb schütten, rühren, um die kleineren Bestandteile einer (körnigen) Substanz von den größeren zu trennen
    2. 2. eine größere Menge, Anzahl sichten, um daraus nach bestimmten Gesichtspunkten eine strenge Auswahl zu treffen

  • 2sieben, Kardinalzahlwort
    1. 7
      1. ● gilt bei abergläubischen Menschen als (Un-)Glückszahl, als besonders bedeutungsvolle Zahl

sieben

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GrammatikVerb · siebt, siebte, hat gesiebt
Aussprache  [ˈziːbn̩]
Worttrennung sie | ben
GrundformSieb
Wortbildung  mit ›sieben‹ als Erstglied: Siebkreis · Siebung  ·  mit ›sieben‹ als Letztglied: absieben · aussieben · besieben · durchsieben · versieben · zersieben

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
etw. durch ein Sieb schütten, rühren, um die kleineren Bestandteile einer (körnigen) Substanz von den größeren zu trennen
Beispiele:
Mehl, Getreide, Sand, Erze sieben
bildlich, scherzhaft gesiebte Luft atmen (= im Gefängnis, Zuchthaus sitzen)
bildlich, dichterischIn den langen Nächten […] siebte sie die Jahre […] [ L. FrankMathilde5,129]
2.
eine größere Menge, Anzahl sichten, um daraus nach bestimmten Gesichtspunkten eine strenge Auswahl zu treffen
Beispiele:
die Bewerber, Antragsteller sieben
er siebte das gesammelte Material
die Bewerbungen für die Studienplätze wurden streng, sorgfältig gesiebt
Wenn die Frauen auch mal sieben: / welches Mädchen soll dich lieben? [ TucholskyGanz anders37]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Sieb · 1sieben
Sieb n. ‘löcheriges Geflecht, mit dessen Hilfe gröbere Bestandteile von feineren durch Schütteln getrennt werden’, ahd. sib (9. Jh.), mhd. sip, sib, mnd. mnl. sēve, nl. zeef, aengl. sife, engl. sieve (westgerm. *sibi- ) lassen sich verbinden mit ahd. seivar (10. Jh.), mhd. seifer, mnd. sēver ‘Speichel, Geifer, Schaum’, den unter Seife (s. d.) und 2sichten (s. d.) genannten Formen sowie mit serbokr. sípiti ‘rieseln, fein regnen’ und auf ie. *sē(i)b-, *seib-, *seip- ‘ausgießen, seihen, rinnen, tröpfeln’ zurückführen, Erweiterung der Wurzel ie. *sē(i)-, *sei- ‘tröpfeln, rinnen, feucht’ (s. auch sämig, seihen und seichen). – 1sieben Vb. ‘durch ein Sieb geben’ (15. Jh.), ‘auswählen, nach strengen Gesichtspunkten aussondern’ (nach 1850).

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Typische Verbindungen zu ›sieben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sieben‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben
Zitationshilfe
„sieben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sieben#1>.

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Bedeutung

eWDG
eWDG
7
Beispiele:
sieben plus sieben ist vierzehn
die sieben Wochentage
sieben Stück, Personen
eine Woche hat sieben Tage
ein Haus mit sieben Stockwerken
es stehen sieben (Leute) in einer Reihe
die ersten sieben
ein Mädchen von sieben Jahren
sie ist sieben (Jahre alt)
es ist sieben (Uhr)
es, die Uhr schlägt sieben
Punkt, Schlag sieben (= genau sieben Uhr)
innerhalb von sieben Tagen
vor, seit, nach, binnen sieben Tagen
etw. ist sieben Meter lang, breit, hoch, tief
das Buch kostet sieben Mark
Sportdie Mannschaft gewann sieben zu fünf [erzielte sieben Tore, der Gegner fünf]
die Zahl Sieben
die arabische Sieben (7)
die römische Sieben (VII)
umgangssprachlichmit der Sieben (= mit einem Wagen der Straßenbahnlinie 7) fahren
historischdie Sieben Weltwunder (= Sammelbezeichnung für sieben Bau- und Kunstwerke der Antike)
historischdie Sieben Freien Künste (= Sammelbezeichnung für die in der Antike und im Mittelalter gepflegten Grundwissenschaften)
gilt bei abergläubischen Menschen als (Un-)Glückszahl, als besonders bedeutungsvolle Zahl
Beispiele:
die böse Sieben
er zerschlug einen Spiegel, nun hat er sieben Jahre Pech
übertragendie moderne Kunst ist ihm ein Buch mit sieben Siegeln (= er versteht nichts davon) DWDS, 07.12.2020
übertragen, salopp, abwertendetw. stinkt sieben Meilen gegen den Wind (= macht sich schon von weitem aufdringlich bemerkbar)
häufig in Märchen
Beispiele:
das tapfere Schneiderlein tötete sieben Fliegen mit einem Schlag
Schneewittchen lebte bei den sieben Zwergen
Der Wolf und die sieben jungen Geißlein [Märchentitel] [ GrimmWolf und Geißlein]
Die sieben Raben [Märchentitel] [ GrimmSieben Raben]
Die sieben Schwaben [Märchentitel] [ GrimmSieben Schwaben]

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
2sieben · siebenter · Siebentel · siebzehn · siebzig · Siebensachen · Siebenschläfer
2sieben Num. Ahd. sibun (8. Jh.), mhd. siben (md. siven), asächs. siƀun, mnd. sēven, sȫven, mnl. sēven, nl. zeven, afries. si(u)gun, sawen, saun, aengl. seofon, engl. seven, anord. sjau (wohl umgebildet durch frühen Einfluß des unter acht, s. d., behandelten Zahlworts, vgl. got. ahtau), schwed. sju, got. sibun (germ. *sebun) lassen sich mit aind. saptá, griech. heptá (ἑπτά), lat. septem, air. secht n- auf ie. *septṃ ‘sieben’ zurückführen, wobei das Germ. den inlautenden Dental aufgegeben hat, wohl dissimilatorisch unter Einfluß der gleichfalls mit Dental gebildeten Ordinalzahl ie. *sep(t)ṃto-. – siebenter, auch siebter Num. Ord., ahd. sibunto (9. Jh.), mhd. sibende. Siebentel n., auch Siebtel ‘siebenter Teil eines Ganzen’ (Anfang 18. Jh.), aus Siebenteil (16. Jh.) zusammengezogen. siebzehn Num., ahd. sibunzehan (um 1000), mhd. sibenzehen. siebzig Num., ahd. sibunzug (9. Jh.), mhd. sibenzec, -zic (s. -zig). Siebensachen Plur. ‘alles, was man für etw. Bestimmtes braucht, alle Habseligkeiten’ (Anfang 18. Jh.), ‘Plunder, Kram’ (17. Jh.), auch verhüllend für ‘Geschlechtsteile, -verkehr’ (in der 1. Hälfte des 17. Jhs.). Benennungsmotiv unklar. Siebenschläfer m., ursprünglich Plur., mhd. die siben slāfære, frühnhd. die Sübensleffer (15. Jh.), seit dem 17. Jh. auch Sing. m. Der Ausdruck bezeichnet nach einer mittelalterlichen Legende sieben Jünglinge, die sich bei einer Christenverfolgung (251) in einer Höhle bei Ephesus verbargen, dort eingemauert wurden und die Zeit ihrer Gefangenschaft schlafend verbrachten; sie erwachten (447) bei der zufälligen Öffnung der Höhle. Der kirchliche Gedenktag der sieben heiliggesprochenen Märtyrer ist der 27. Juni, der siben schlaffertag (15. Jh.), verkürzt Siebenschläfer; wenn es an diesem Tage regnet, soll nach dem Volksglauben während der folgenden sieben Wochen jeden Tag Regen fallen. Danach entwickelt sich Siebenschläfer zur Bezeichnung für ‘jmdn., der viel und lange schläft’ (17. Jh.) und zu einem Namen der Haselmaus wegen ihres festen Winterschlafes (18. Jh.).

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Verwendungsbeispiele für ›sieben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So verging die Stunde bis sieben fast wie im Fluge. [Die Zeit, 11.06.1982]
Sie wachte auch ohne Wecker zuverlässig um sieben Uhr auf. [Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 241]
Es ist jetzt sieben Uhr und ich gehe ins Bett. [Brief von Irene G. an Ernst G. vom 16.11.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Trotzdem stand sie wie jeden Morgen um sieben Uhr auf. [Die Zeit, 28.10.2012]
Ich stand oft bis sieben Uhr morgens hinter der Bar. [Die Zeit, 24.09.2012]
Zitationshilfe
„sieben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sieben#2>.

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